Prinzessin Rosenblüte

von Kirsten Boie

Worum geht es?

In dem Buch Prinzessin Rosenblüte, geschrieben von Kirsten Boie, geht es um Emma, die auf dem Heimweg einer echten Prinzessin begegnet. Emma fühlt sich verantwortlich für die hilflose Rosenblüte, die von ihrer Guten Fee in die echte Welt verbannt wurde, um etwas zu lernen. Da Emma sich gut mit Märchen und Prinzessinnen auskennt, begibt sie sich mit Rosenblüte in die Stadt, um nach typischen Märchenaufgaben zu suchen, die Rosenblüte lösen kann, damit sie wieder in ihre Heimat kommt. Beide Mädchen werden auf der Suche nach der Lösungen immer wieder auf die Probe gestellt.

Wie erkennt man die Verbindung zum Prätext?

Intertextuelle Markierungen finden in dieser Geschichte hauptsächlich im inneren Kommunikationssystem statt, was bedeutet, dass sich die Charaktere der Intertextualität bewusst sind:

  • In der Geschichte werden bekannte Zitate verwendet: "Oh wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß” (Boie 2015: 105).

  • Namen bekannter Protagonist*innen aus verschiedenen Märchen werden erwähnt, zum Beispiel: der gestiefelte Kater, Rumpelstilzchen, Schneewittchen, Frau Holle, Hänsel und Gretel, Sphinx, Dornröschen und Froschkönig.

  • Immer wieder werden auch versteckte Hinweise auf weitere Prätexte gegeben, zum Beispiel auf das Märchen König Drosselbart: “[…], dass sie einen ekligen Prinzen mit vorstehendem Kinn heiraten sollen, und wenn sie nicht wollen, müssen sie zur Strafe in einer schmutzigen kleinen Hütte hausen und auf dem Markt Geschirr verkaufen” (Boie 2015: 47).

  • Die aus dem Prätext Das tapfere Schneiderlein bekannte Prüfungssituation des Riesen und des Schneiderleins wird bildlich dargestellt. Allerdings wird eine Modifikation dahingehend vorgenommen, dass die ursprünglichen Protagonisten durch die Chraktere des Buches Prinzessin Rosenblüte ersetzt werden.

Quelle: Boie 2015: 100, Illustration: Silke Brix

Eine Markierung im Nebentext findet sich ausschließlich im Klappentext: "Flachs zu Gold spinnen? Oder einen Frosch küssen?" (Boie 2015)

Ideen für den Unterricht

Vom Verlag wird das Buch ab einem Alter von 6 Jahren empfohlen, wobei anzumerken ist, dass sowohl Schriftbild als auch Schriftanteil nicht für Erstleser geeignet sind.

Das Buch eignet sich gut für den fächerübergreifenden Unterricht, da die Autorin, die selbst ehemalige Lehrerin ist, eine Vielzahl an unterschiedlichen Themen, wie Umweltverschmutzung, Selbstständigkeit, Armut oder Normen und Werte in ihr Werk mit einbezogen hat. Einige Kapitel weisen eine hohe Intensität an Intertextualität auf und die einzelnen Bezüge sind auch für SuS leicht erkennbar.

Schreibanlässe

  • Personenbeschreibungen anhand der Ilustrationen (z.B. auf dem Cover) anhand der äußeren Merkmale (Gesichtsaudruck, Mimik...) erarbeiten

  • Im Klassenverband lesebegleitend eine schriftliche Aufzählung der im Buch vorkommenden Märchen anfertigen

    • Dornröschen, Froschkönig, Schneewittchen, König Drosselbart, Rumpelstilzchen, Schneeweißchen und Rosenrot, Der gestiefelte Kater, Frau Holle, Die goldene Gans, Hänsel und Gretel, Das tapfere Schneiderlein, Die zwei Brüder

  • Im eigenen Umfeld nach Märchenbezügen suchen oder selbst Bezüge herstellen

    • Süßigkeitenkiosk als Lebkuchenhaus

    • Froschteich als Brunnen mit Froschkönig

    • Sportlicher Wettbewerb als Vergleich zu Prüfungen in Märchen

Gesprächsanlässe

  • Im Plenum durch das Cover hervorgerufene Assoziationen besprechen

    • Merkmale von Märchen besprechen: Was ist typisch/untypisch?

    • Wie bei den Schreibanlässen kann das Cover als Ausgangspunkt für Personenbeschreibungen dienen

Leseanlässe

  • Suchaufgaben zu den Märchen, die als Prätext dienen

    • Jeweilige Textstellen heraussuchen und vergleichen

  • Textstellen, die sich zu fächerübergreifenden Gesprächsanlässen gut eignen, von den SuS untersuchen lassen und ihnen konkrete Fragestellungen an die Hand geben:

    • Welche Gefühle hat Emma/Rosenblüte zu: Sklaverei, Zwangsheirat, Gerechtigkeit, arm und reich - dumm und schlau,...

      • Vorwissen generieren, darauf aufbauend kann die thematische Entwicklung in der Geschichte besprochen werden

Das Ende der Geschichte stellt auch einen schönen Schreib- / Sprechanlass dar, über die Charaktere und deren Entwicklung zu reflektieren.

Quellen

  • Boie, Kirsten: Prinzessin Rosenblüte, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2015.

(Herausgearbeitet von Amelie Horn, Anna Patzelt und Michelle Jacob | Pädagogische Hochschule Karlsruhe)